Teil 3: Sinn entnehmendes Lesen

VON SARAH WILDEISEN

Die Grundschulstudie IGLU von 2008 zeigte, dass jedes vierte Kind am Ende der vierten Klasse den Handlungsablauf des Gelesenen nicht wiedergeben kann. Das heißt, es entstehen Verständnislücken – die Grundlage dafür, die Lust am Lesen zu verlieren.

Wenn Kinder erleben, dass Lesen Spaß macht, sind sie auch motiviert, den Text verstehen zu wollen.“

Vorlesen erzeigt also buchstäblich Sinn. Die wichtigste Instanz, die das vermittelt, sind lesende Eltern und Geschwister. Wenn Lesen zum Alltag gehört, man einmal pro Woche die Bibliothek oder den Buchladen besucht, sind die grundlegenden Weichen schon gestellt. Dass Lesen Sinn macht, erkennen Kinder, wenn sie Lesestrategien entwickeln. Das heißt, sie beginnen, einen Text in Abschnitte zu gliedern und zu verstehen. Dazu braucht es aber Anreize.

Das Verlangen, den Text zu verstehen

Das Thema eines Buches, die Bilder darin oder die Aufmachung wecken das Interesse des Kindes. Wenn es solche Aufreger im Text gibt, entsteht auch das Verlangen, den Inhalt des Textes zu verstehen. Es gibt inzwischen Buchformen, die an das Textverständnis spielerisch heranführen. Die Erstlesereihen bieten zum Teil lesedidaktische Spielbeigaben, wie zum Beispiel die Reihe „Laterne, Laterne“ von Oetinger mit dem Extrablatt. Kommissar Huhn begleitet den Leser durch ein Rätselspiel mit Fragen zum Text. Genaues und Sinn entnehmendes Lesen wird hierbei geübt.

Die Reihe „Lesedetektive“ im Verlag Duden sprich alle fünf bis sechs Seiten auf einer unten auf der Seite eingefügten Leiste den Leser als Lesedetektiv mit einer gezielten Frage zur Geschichte an. Am ausgefeiltesten ist die Reihe „Einfach lesen“, ein Leseprojekt vom Cornelsen Verlag. Eigentlich für den Förderunterricht entwickelt, werden hier Kinderbuchklassiker auf einfaches Leseniveau heruntergebrochen und nach jedem Kapitel von Fragen, Schreibspielen und Aufgabenstellungen unterbrochen. Zeichnungen namenhafter Illustratoren säumen den Text und ein Lösungheft liegt jedem Buch bei.

Bilder machen neugierig

Weiterhin gilt: Bilderbücher sind Gold wert. Bilder machen neugierig und helfen verstehen. Es gibt viele Bilderbücher, die sehr komplex sind und thematisch noch 12Jährige berühren! Nikolaus Heidelbach: „Königin Gisela“. Beltz Verlag Heinz Janisch/Aljoscha Blau: „Der Ritt auf dem Seepferdchen“. Aufbau Verlag Hermann Schulz/Tobias Krejtschi: „Die schlaue Mama Sambona“. Peter Hammer Verlag

Und, was immer gilt: Vorlesen, vorlesen, vorlesen – auch wenn die Kinder schon 10 oder 12 Jahre alt sind. Jeder Mensch liebt es vorgelesen zu bekommen, das hat nichts mit dem Alter zu tun. Über das Vorlesen kann man ins Gespräch kommen und das ist ein Anreiz für das Kind zu verstehen, was irgendwo schwarz auf weiß geschrieben steht.

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